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ETF-Allokator

Den großen Trends auf der Spur

Einfachheit ist die ultimative Feinheit

Leonardo da Vinci

Unser ETF-Allokator ist ein langfristiges Trendfolge-Handelssystem, das nach fest vorgegebenen Regeln auf stark steigende Länderindizes, Branchen und Rohstoffe setzt. Aus einem Anlageuniversum von gut einhundert Titeln selektiert es emotionslos nach einem mathematischen Verfahren die aussichtsreichsten Titel und stellt sie in einem gewichteten Musterdepot zusammen. Das Musterdepot kann mit ETFs, Indexfonds und Zertifikaten bequem nachgebildet werden. [Bitte verwechseln Sie den ETF-Allokator nicht mit unserem Strategiedepot i² ETF Anleger, das auch fundamentale Kriterien berücksichtigt]

Abbildung oben: ein Schnappschuss der errechneten Depotzusammensetzung im Mai 2005 im ETF-Allokator. Alle Werte wurden Mitte 2003 vom Handelssystem aufgenommen und gehalten. So soll es laufen: möglichst lange an den Bullentiteln festhalten und sich von den wilden Kurskapriolen zwischendurch nicht abwerfen lassen. Das Handelssystem hatte damals in 2003 sehr gut die neuen Langfristtrends erspürt. Lassen Sie sich überraschen, worauf unser ETF-Allokator heute setzt.

Der ETF-Allokator entfaltet durch Kombination des mathematischen Auswahlverfahrens (welches Land, Branche oder Rohstoff) mit der Frage nach dem „wie viel“ (Positionsgröße) und dem „wann verkaufe ich wieder“ (Verlustbegrenzung) seine volle Stärke. In günstigen Marktphasen können gut zwei handvoll Titel ins Musterdepot gelangen, während in schlechten Marktphasen Bargeld lacht (100 Prozent Liquidität).

Abbildung oben: Auf diese Länder und Regionen setzte der ETF-Allokator per 16. September 2010

Die Idee – Konzentration statt Diversifikation

Der Allokationsmechanismus erlaubt eine extreme Fokussierung. Dahinter steht die Überlegung, nicht nur die „besten“ Titel zu identifizieren, sondern auch maximal durch eine hohe Positionsgröße davon zu profitieren. Das steht im Widerspruch zur Portfoliotheorie und den überall propagierten populären Investmentweisheiten. Das stört uns überhaupt nicht. Im Gegenteil, wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ist es nicht logisch, dass derjenige, der nur das tut, was alle tun, sich mit dem Durchschnitt zufrieden geben muss? Um es mit den Worten des berühmten Investors Sir John Templeton zu zitieren:

Eine überragende Wertentwicklung erzielt man nur dann, wenn man etwas anders macht als die Mehrheit

Sir John Templeton

Das Money Management, die dritte Säule des Handelssystems, definiert wann eine Position verkauft wird. Das Money Management erfüllt zum einen die überlebenswichtige Funktion der Verlustbegrenzung, zum anderen sorgt es dafür, dass Plätze im gewichteten Musterdepot frei werden für neue Favoriten. Die Plätze werden nur besetzt, wenn es geeignete Kandidaten gibt. Ein buntes Sammelsurium einer Vielzahl durchschnittlicher Titel gibt es nicht. Konzentration auf die Besten lautet die Devise.

Der Kapitalschutz-Airbag

Die Märkte sind im Laufe der Jahrzehnte immer schwankungsintensiver geworden. Das führt dazu, dass insbesondere in Baissen (stark fallende Märkte über viele Monate, manchmal sogar Jahre) die Panik der Anleger Kurse auf absurde Niveaus hinunter treibt. Sogar in einer Baisse identifiziert das Handelssystem gegen den Trend steigende Märkte, Branchen oder Rohstoffe – aber es besteht das Risiko, dass irgendwann die Angst der Anleger selbst diese Titel herunterreißt („Dominoeffekt“).

Deshalb haben wir einen Kapitalschutz-Airbag entwickelt, der bei kniffligen Situationen das Vermögen schützen soll. Es wird automatisch komplett umgeschichtet in Kassehaltung (100 Prozent Liquidität). Erst wenn sich die Märkte beruhigt haben und das Handelssystem eine verbesserte Gewinnquote signalisiert, erfolgen Neuaufnahmen. Der Airbag soll nur in absoluten Ausnahmesituationen ausgelöst werden, damit in der Zwischenzeit der Auswahlalgorhythmus seine Stärke voll entfalten kann.

Im Backtesting hat der Kapitalschutz-Airbag seinen Nutzen unter Beweis gestellt. Er wurde in der schweren Baisse in den Jahren 2000 bis 2003 sowie Ende 2007 vor dem Desaster der Finanzmarktkrise vom System automatisch aktiviert. Betrachten Sie den Chart. Die waagerechten Linien im Kursverlauf sind die Airbag-Phasen (100 Prozent Liquidität).

Abbildung oben: Wertentwicklung (obere rechte Skala in Prozent) und Entwicklung des Vermögens (unterer Teil) per 25. Juni 2010 (Backtest per Ultimo Mai 2010). Der hellgrüne Bereich zeigt den Anteil der Kassehaltung zum Gesamtvermögen. Der Kapitalschutz-Airbag leistete gute Dienste in der Baisse 2000 bis 2003 sowie der Finanzmarktkrise 2008.

Verluste gehören dazu – ohne Risiko geht es nicht

Falls bei Ihnen der Eindruck entstanden sein sollte, Verluste entstehen so gut wie keine und langfristig könne man nur gewinnen, den möchten wir warnen: ohne Verluste geht es nicht an der Börse! Ebenso gibt es keine Gewinngarantie. Wir können nur unsere jahrzehntelangen Erfahrungen in die Handelslogik einfließen lassen und testen, ob diese in der Vergangenheit zu einem Erfolg geführt hätten. Es besteht immer das Restrisiko, dass die Märkte ihren Takt nachhaltig ändern, oder das Handelssystem unbewusst überoptimiert wurde. Wenn wir feststellen, dass sich die Märkte nachhaltig geändert haben, wägen wir behutsam ab, ob eine leichte Justierung sinnvoll erscheint.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Frage, ob der Anleger über genügend Selbstdisziplin und Vertrauen in die Handelslogik verfügt, um sich daran sklavisch zu halten. Unterschätzen Sie diesen Aspekt nicht. Wenn es hart auf hart kommt an den Märkten, wird man alles in Frage stellen.

 

Überoptimierung?

Lassen Sie uns kurz auf den Punkt der Überoptimierung eingehen. Im Zeitalter der Computertechnologie ist es ein leichtes den Computer solange rechnen zu lassen, bis er eine hervorragende Performance für ein Handelssystem ermittelt. Leider gilt das nur für die Vergangenheit. Solche überoptimierten Systeme (curve fitting) bilden in einem Iterationsverfahren durch unzählige Variablen und Regeln die Vergangenheit perfekt ab – aber für die Zukunft taugen sie nicht! Wie kann man taugliche von überoptimierten Handelssystemen unterscheiden? Einen Hinweis gibt die Komplexität der verwendeten Kriterien.

Je einfacher die Logik eines Handelssystems ist, desto besser. Je weniger Bedingungen, desto geringer die Gefahr der Überoptimierung. In der Praxis heißt das, dass nur sehr wenige Regeln erforderlich sind bei einem guten Handelssystem. Der Programmierer (respektive Anleger) sollte die Intention des Systemcodes leicht nachvollziehen können. Wir haben für unser Handelssystem

  • nur eine Einstiegsregel mit drei Zeitebenen
  • nur eine Regel für die Positionsgröße
  • nur eine Ausstiegsregel

definiert. Einfacher geht es nicht.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die Handelsregeln nicht offenlegen, da Wettbewerber einfach unsere Handelsmethodik kopieren könnten. Erlauben Sie den Hinweis, dass wir den Systemcode nicht zum Kauf anbieten. Zwar schmeicheln uns die Anfragen, aber selbst ein siebenstelliger Betrag lässt uns nicht wanken.

Zur richtigen Zeit im richtigen Markt – oder absolute Enthaltsamkeit

Abbildung oben: Anleger, die nur auf die populäre Kaufen-und-Halten-Strategie (Buy-and-Hope) vertraut haben, müssen sich in Bescheidenheit üben. DAX-Anleger haben nach rund zehn Jahren Dauerinvestment nicht einmal den Kapitaleinsatz zurück. Berücksichtigt man den Kaufkraftverlust (Inflation), wird es ganz traurig. Rohstoffanleger (CRB Rohstoffindex) und internationale Aktieninvestoren (MSCI/Welt) erging es kaum besser. Eine gewisse Flexibilität, Timing und cleveres Positionsgrößenmanagement sind unabdingbar, wenn man sich nicht nur auf sein Glück verlassen will.

Abbildung oben: Warum schneidet der ETF-Allokator so gut ab? Das ist nur möglich, wenn man überspitzt formuliert “zur richtigen Zeit im richtigen Markt” mit einer großen Position investiert ist, und man sich in schlechten Phasen in Abstinenz übt. Es reicht anscheinend schon aus, etwas besser zu sein (trotz vieler Fehler und mäßigem Timing) als die Mehrheit.

Das Handelssystem ETF-Allokator in Stichworten:

  • Strategie: Trendfolge-Handelssystem mit Umschichtungsmöglichkeit in 100 Prozent Cash
  • Handelsrichtung: steigende Kurse (long)
  • Short-Investments: von der Systematik her möglich, aber nicht erforderlich
  • Anlageuniversum: Länder, Branchen und Rohstoffe (circa 100 Titel)
  • Nachbildung durch Anleger: ideal für ETFs, Indexfonds und Zertifikate
  • Kapitalschutz-Airbag: Systematik zum Kapitalschutz in extremen Marktphasen
  • Kosten: keine Berücksichtigung aus Gründen der Transparenz
  • Zinsen: keine Verzinsung der Kasseposition
  • Allokationsüberprüfung: monatlich
  • Umschichtungshäufigkeit: gering
  • Keine Gewinngarantie: bitte denken Sie daran, dass es um die stringente Umsetzung von Regeln und Erfahrungen in einem Handelssystem geht. Es leistet wertvolle Dienste beim entwickeln von Ideen, was in der Vergangenheit funktioniert hätte und was nicht. Nicht mehr und nicht weniger. Dies betrifft ebenso alle Überlegungen, Abbildungen und Berechnungen. Es begründet keine Garantie, dass es in Zukunft ebenso funktioniert.
  • Zielgruppe: Anregungen für mittel- bis langfristige Anleger, die einen regelgebundenen Investmentansatz als kleine Beimischung zu schätzen wissen

Inspiration für das i² ETF-Anleger

Der ETF-Allokator spürt häufig Investmentchancen auf, längst bevor es entsprechende Produkte zur einfachen Umsetzung im deutschsprachigen Raum gibt. Institutionelle, für die der ETF-Allokator konzipiert wurde, nehmen mal eben ein paar Millionen in die Hand und lassen das gewünschte Produkt kreieren. Für Privatanleger ist das nicht ganz so leicht. Mit dem fundamental-technisch orientierten i² ETF Anleger (ein Strategiedepot) ist das jedoch kein Problem.

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Übersetzung Fabian Künzel

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